Hallo,
Vielleicht kommt es übergriffig oder doof rüber, dass ich dieses Thema anspreche, aber mir macht das einfach so, so Angst, jedes Mal, wenn sowas kommt, deswegen wollte ich fragen, und ja, ich weiß, Strategien lernt man, denke ich, in der Therapie, aber ich habe ehrlich Angst davor, dass sowas auch in der Öffentlichkeit passiert, weil ich das nicht kontrollieren kann und meine Trigger auch noch nicht einschätzen kann, deswegen wollte ich fragen, ob ihr eventuell Tipps habt, wie man sich in dem Moment beruhigen kann, oder eben welche Skills euch helfen, wenn ihr auch solche Erfahrungen habt, was vielleicht auch, mhm, außenstehende Personen tun können, sorry, ich weiß es selber nicht, ich habe einfach nur Angst davor und am liebsten will ich das auch gar nicht mehr spüren, aber ich kann es nicht kontrollieren, es ist nicht schlimm, wenn man hier nicht wirklich was dazu sagen kann, ich weiß selber, dass es sehr schwierig ist, aber es ist einfach so ein Kampf, deswegen dachte ich, dass vielleicht ein paar von euch die das kennen eure Erfahrungen erzählen könnt.
Liebe Grüße Nahla
Hi Nahla,
ich kenne das mit Flashbacks sehr gut. Hast du dann auch das Problem, dass du dissoziierst oder Panikattacken bekommst? Also ich habe das phasenweise sehr stark und auch so, dass ich dann nicht mehr ansprechbar bin, deshalb habe ich auch so eine Notfalltasche und auch ein ärztliches Schreiben, wie man dann im Notfall mit mir umgehen soll, wenn das so in der Öffentlichkeit passieren sollte.
Wenn ich mit Panik reagiere, hilft mir Rückzug, also auch wenn ich draußen bin, dass ich dann schnell irgendwo hingehe, wo es ruhiger ist. Mir hilft es am Handy Bilder anzuschauen von dem Nachbarskater oder anderen Dingen, die mich so ans hier und jetzt erinnern. Dazu habe ich extra einen Ordner angelegt. Ich habe auch immer ein Duftöl dabei, das hilft mir auch und manchmal mache ich mir das innen an den Pulli, wenn ich schon weiß, dass es stressiger wird, dass ich dann unauffällig dran riechen kann. Ich habe meinen Nagelball, der mich auch beruhigt oder ich versuche im Kopf etwas zu rechnen oder ein Meerestier suchen mit einem bestimmten Buchstaben oder sowas. Oder ich mache eine „safe-Playlist“ oder ein „safe-Hörbuch“ über Kopfhörer an. Atemübungen helfen mir draußen oft nicht so, aber ich habe immer Seifenblasen dabei. Ist vielleicht merkwürdig, wenn man das so in der Öffentlichkeit macht, aber auch für Zuhause hilft mir das, wobei mir zuhause Atemübungen auch helfen, also vor allem angeleitete. Da gibt es auf YouTube so einen Kanal da sind Atemübungen und eine Traumaerklärung für Kinder. Mag kindisch sein, aber mir hilft das mehr als etwas für Erwachsene. Ist von BeSOS Sachsen, wenn du das eingibst, findest du es, falls es dich interessiert. Falls ich das hier so sagen darf.
Wenn es richtig kippt und ich dissoziiere, dann hilft mir meistens nur noch ein ganz starker Reiz, wie das Ammola. Oder vorher, wenn es noch nicht ganz so stark ist, Fishermans Friend, die scharfen Halsbonbons oder Center Shock Kaugummi, aber meistens kann ich dann nichts essen, deshalb hilft mir eher Ammola. Was auch hilft ist ein Kältereiz. Ich habe zuhause immer ein Kühlpack fürs Handgelenk oder den Kopf im Gefrierschrank.
Also je nachdem, wie stark mich dieser Flashback beeinflusst, helfen mir andere Dinge, von weniger stark bis sehr stark.
Ich versuche auch mich so gut es geht vor Flashbacks oder möglichen Triggern zu schützen. Klappt nicht immer gut, aber ich gehe zum Beispiel fast nur mit Noise Cancelling Kopfhörern raus oder habe in der Jacken- oder Hosentasche etwas, was mir Halt und Beruhigung gibt. Diese kleinen Akupressurringe beispielsweise. Ich versuche Zeiten abzupassen, wo weniger Menschen unterwegs sind, wenn ich die Möglichkeit habe.
Vielleicht ist da das ein oder andere dabei, was dir auch hilft.
Liebe Grüße
Feline